Plastikfasten-Kolumne Tag-37-Finale

Zu guter Letzt: Der Gelbe Sack – das Gelbe vom Ei?

Sechs Wochen Plastikfasten sind geschafft! Zum Abschluss werfen wir mal einen Blick in den Gelben Sack.

In Haushalten, die sich am Plastikfasten beteiligt haben, dürfte sich der Verbrauch an Gelben Säcken deutlich reduziert haben. Aber warum soll man überhaupt Verpackungsmüll einsparen, wenn er doch im Gelben Sack ordnungsgemäß entsorgt wird? Tatsächlich werden nur etwa 40% der so gesammelten Kunststoffe recycelt, der Rest geht in der Verbrennung, freundlich als „thermische Verwertung“ bezeichnet. Damit gehen begrenzt verfügbare Rohstoffe unwiederbringlich verloren. Viele Verpackungen bestehen aus verschiedenen Kunststoffarten oder aus einem Verbund aus Kunststoff und Aluminium. Für ein echtes Recycling müssen die Ausgangsstoffe jedoch sortenrein trennbar sein.

Ein weiteres Problem: In den Gelben Sack oder die Gelbe Tonne gehören ausschließlich Verkaufsverpackungen aus Kunststoff, Metall oder Verbundmaterialien, von den Nutzern werden aber alle möglichen ausrangierten Gegenstände hineingestopft, von der Zahnbürste über die CD bis zu Haushaltsgeräten. In Wilhelmshaven beträgt der Anteil dieser „Fehlwürfe“ etwa 40%.

Es bleibt also die beste Lösung, zumindest auf kurzlebige, überflüssige Plastikprodukte zu verzichten: Mehrweg ist besser als Einweg, Müllvermeidung ist besser als Müllbeseitigung und -verbrennung. In 37 Plastikfastentipps haben wir aufgezeigt, dass viele Plastikprodukte nicht nur ökologisch bzw. gesundheitlich bedenklich sind, sondern auch gar nicht mal so preiswert und praktisch, wie die Werbung uns weismachen will. Und wie beim Fleisch-, Zucker-, Alkohol- oder Nikotinfasten steht auch beim Plastikfasten am Ende die Erkenntnis, dass der Verzicht in Wirklichkeit ein Gewinn ist.

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