Plastikfasten-Kolumne Tag-33

UNESCO-Kulturerbe in der Plastikhülle

2017 hat die UNESCO eine weltweit beliebte Spezialität mit dem Titel „immaterielles Kulturerbe“ geadelt: die Pizza. Allein in deutschen Pizzafabriken werden täglich Millionen belegter Teigfladen produziert. Nach dem Vorbacken werden sie heruntergekühlt, in Plastikfolie eingeschweißt und in bunt bedruckte Kartons verpackt. Dann geht’s mit dem Kühllaster in den Einzelhandel. Beim Endkunden wandert die Pizza wieder in die Kühltruhe oder gleich in den Ofen, der Karton ins Altpapier und die glitschige Folie in den Müll.

Diese Art von Pizza hatte die UNESCO aber bei der Auszeichnung nicht im Auge, sondern speziell die Kunst des Pizzabackens in Neapel. Schon den Pizzaioli bei ihrem Kunsthandwerk zuzuschauen, ist ein Genuss: Virtuos wirbeln die Hände den Teigklumpen zum Fladen, dazu der Duft aus dem Holzofen … Wer dieses kulinarische Welterbe nachempfinden will, ist beim Italiener um die Ecke besser aufgehoben als am Kühlregal im Discounter.

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